Gedankenfluß
Ethik in der Wissensgesellschaft
Die Diskussion rund um die Festlegung, Messung und Bewertung von Indikatoren, die uns über den Erfolg der Wissensarbeit Aufschluss geben (sollen), führt mich immer wieder auch zu meiner Frage nach dem Bedarf eines Wertesystems für das soziologische Phänomen der aufstrebenden Wissensgesellschaft.
Vor dem Hintergrund der durch Werner angestoßenen Diskussion rund um Wissenscontrolling und der durch Maxim meines Erachtens völlig gerechtfertigten Hinweissetzung auf eine mögliche kapitalistische Ausbeutungsstrategie im Umgang mit Wissen in Unternehmen ist wohl auch das Hinterfragen einer Wissensethik angebracht.
Es geht bei einer ehrlichen Auseinanderssetzung mit diesem Thema meiner Ansicht nach auch um eine hohe Verantwortung, die man gegenüber den Akteuren übernimmt. Als diejenige Person, die (den Versuch unternimmt) organisationale mit individuellen Interessenslagen (ökonomisch wie ideell) in Einklang zu bringen, sollte sich meiner Ansicht nach jeder "Wissensmanager" konkrete wissensethische Spielregeln überlegen - quasi als Präventionsmaßnahme für allfällige gesellschaftliche Konflikte. Neben dem strategischen und operativen Handwerkszeug ist daher bei einem ehrlichen Verständnis dieser aufgrund so diversifizierter Verständnislage nach wie vor in den Kinderschuhen steckenden Profession auch hohes empathisches, diplomatisches und politisches Geschick erforderlich. Ein äußerst hoher persönlich-qualitativer Anspruch, den wir uns selbst abverlangen sollten, den es aber ebenso gilt, als Anspruch für das friedliche und erfolgreiche Zusammenleben in der Wissensgesellschaft zu forcieren. Meines Erachtens wird es wesentlich davon abhängen, inwieweit es politisch-ökonomisch geprägten Systemen gelingen wird, sich von der Sinnhaftigkeit im Zusammenhang mit der aktuellen Nachhaltigkeits- und Zukunftssicherungsdebatte überzeugen zu lassen.
Diskussion
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